Stromnetz außer Kontrolle

Hackerangriff oder Softwarefehler? Eine Computerpanne hat das Steuerungssystem der heimischen Stromnetze am Wochenende lahmgelegt – und niemand hat es bemerkt.

Quelle: Die Presse online vom 07.05.13

Bis Freitagmittag. Dann war es mit der Ruhe nämlich vorbei. Wie aus dem Nichts prasselte eine Flut von Messdaten aus dem Süden des Landes auf die Steuerungszentralen des Übertragungsnetzbetreibers APG ein. Nun war Panik angesagt. Denn Aufgabe des Unternehmens ist es, dafür zu sorgen, dass das sensible Gleichgewicht im Stromnetz erhalten bleibt. Und das ist schwierig, wenn aus einzelnen Bundesländern so viel Datenmüll kommt, dass die APG ihren direkten Draht zu den lokalen Stromnetzbetreibern verliert.

Für die heimische Strombranche war es ein Warnschuss. Vergleichbar mit einem Autolenker, dem mitten in der Fahrt die Hände vom Steuer gerissen werden. Zum Glück diesmal nicht in der Kurve bei 130 km/h, sondern bei gemütlichen 40 km/h mitten auf einer einsamen und geraden Landstraße. Passiert derselbe Zwischenfall an einem Tag, an dem etwa zu viel Wind für große Schwankungen im Netz sorgt, bleibt die Panne wohl nicht unbemerkt. Dann sitzen die Österreicher im schlimmsten Fall nämlich im Dunkeln.

Es war sicher ein hervorragende Leistung der österreichischen Energieversorgungsunternehmen / Netzbetreiber, dass sie das schlimmste verhindert haben!

Mit Spannung ist auch der konkreten Bericht zu diesem Vorfall zu erwarten.

Aber ist ist auch einmal mehr ein Hinweis, wie schnell wir aus der Normalität in die Katastrophe schlittern können. Zum Thema "Blackout" gibt es in diesem Blog schon genug hinweise. Darüber hinaus stehen hierzu mehrere Publikationen zu diesem Thema zur Verfügung.  

Dieses Thema darf einfach nicht mehr auf die leichte Schulter genommen werden, die Konsequenzen sind nicht kalkulierbar!

Soweit bekannt ist, beschäftigen sich aktuell mehrere Diplomarbeiten mit dem Thema "Blackout":

"Treibstoffversorgung der Einsatzkräfte im Katastrophenfall / Ausfallsicherheit der österreichischen Einsatzorganisationen nach einem  nationalen Blackout"; Donau-Universität Krems

"Selbsthilfefähigkeit der Wiener Bevölkerung bei Stromausfall (Blackout)"; Donau-Universität Krems

"Ein totaler Stromausfall ist realistisch! Ursachen für einen Blackout, Maßnahmen gegen einen Blackout – Vorsorgen nach einem Blackout"; Fachhochschule Wr. Neustadt

"Bedrohung der österreichischen Energieversorgung durch Smart Metering und Smart Grid"; Fachhochschule Technikum Wien 

"Mögliche Auswirkungen eines Blackouts auf die Siedlungswasserwirtschaft"; Technische Universität Graz (geplant)