Buch: "Offline! Das unvermeidliche Ende des Internets und der Untergang der Informationsgesellschaft"

Thomas Grüter stellt in seinem Buch “Offline! - Das unvermeidliche Ende des Internets und der Untergang der Informationsgesellschaft” die These auf, dass das Internet in den nächsten 50 Jahren zusammenbrechen wird – und damit die Informationsgesellschaft. Was auf dem ersten Blick völlig hypothetisch klingen mag, ist sehr gut argumentiert. Wir haben eine hochkomplexe Infrastruktur geschaffen, die laufend erneuert werden muss, damit sie weiter funktioniert. Die Zyklen sind sehr kurz und betragen nur wenige Jahre. Gleichzeitig führt der Preisdruck dazu, dass es immer weniger Produzenten für High-Tech-Produkte (Chips) gibt. Damit entstehen sehr hohe und gefährliche wechselseitige Abhängigkeiten. Das ganze Spiel funktioniert aber nur, so lange es ein Wachstum gibt … bricht dieses ein, könnte damit auch die Grundlage des Internets und damit unserer “Informationsgesellschaft” wegbrechen. Mit fatalen Folgen, da es bereits heute sehr hohe wechselseitige Abhängigkeiten im Infrastrukturbereich gibt. Ganz abgesehen davon, dass bei einem auseinanderbrechen auch unsere Daten davon betroffen sind, die wir immer häufiger in der undurchsichtigen Cloud hinterlegen. Ein Schwarzer Schwan, der schon sehr grau ist …

Weil immer mehr Daten auf immer kurzlebigeren Datenträgern aufbewahrt werden, müssen die Inhalte in immer kürzeren Abständen migriert, d. h. umgeschichtet werden. Archive und Bibiliotheken klagen schon heute über Geldmangel. Wenn nur für ein paar Jahre oder gar Jahrzehnte zu wenig Mittel zur Verfügung stehen, zerfallen unsere Archive mit einer nie geahnten Geschwindigkeit. Sollten wir eines Tages eine große weltweite Wirtschaftskrise erleben, werden wir innerhalb von wenigen Jahren unglaublich viele Daten und Informationen unwiderruflich verlieren. Dieses immaterielle Vermögen bildet jedoch die Grundlage unserer Gesellschaft.

Internet, World Wide Web und soziale Netze dringen immer tiefer in unsere Leben ein. Sie werden Teil der selbstverständlichen Infrastruktur, ebenso wie Strom und Wasser. Das macht uns abhängig von einer ständigen Versorgung mit Geräten und Bauteilen, die in Europa niemand mehr herstellt. Immer weniger Hersteller bauen immer teurere Fabriken, um die Nachfrage so günstig wie möglich zu befriedigen. (…) All das funktioniert nur, solange der Markt wächst. Was aber geschieht, wenn das Wachstum an seine Grenzen gelangt?

Menschen reagieren auf Probleme erst dann, wenn sie selbst betroffen sind oder wenn starke Gefühle angesprochen werden.

Voraussetzung für die Erhaltung des Internets:
* Ständiger Nachschub an Komponenten,
* ungestörter Welthandel,
* intakte, gut gewartete Infrastrukturen für Transport, Strom und Kommunikation,
* Aussicht auf Wirtschaftswachstum.

Vielleicht überlegen sich die europäischen Staaten auch noch, dass bestimmte Komponenten von höchster strategischer Bedeutung sind und deshalb in Europa gefertigt werden sollten.