Die Einführung von intelligenten Messsystemen (Smart Meter)

Messsysteme bilden das zentrale Element zur Nutzbarmachung von Flexibilitäten.


Hier wird unzulässigerweise der Begriff „Messsysteme“ für etwas benutzt, das „Steuern“ und keineswegs nur „Messen“ enthält. Die Branche unterstützt damit nicht nur die falsche Benennung durch eine Behörde (oder durch die Politik), sie gibt sogar die Richtung und Benennung vor, mit der die Bevölkerung getäuscht werden soll. Damit macht sich die Branche aus meiner Sicht mitschuldig an der Verdummung der Bevölkerung und unterliegt zudem einer Selbsttäuschung.Durch die Wortwahl "intelligente Messsysteme" wird das in einer unerträglichen Art und Weise noch verstärkt. Ein Messsystem ist nie und nimmer "intelligent" und es "steuert" nicht!

Es geht nicht um eine zentrale Nutzbarmachung von Flexibilitäten, sondern um eine Informationsübermittlung, dass ein entstandenes (und voraussichtlich längere Zeit anstehendes) Leistungsungleichgewicht durch eine lokal vorzunehmende Energieumverlagerung entschärft oder ganz zurückgeführt werden kann. Das Reagieren muss lokal erfolgen und lokal vorhandene Energiespeichermöglichkeiten nutzen. Das Netz ist dann gefragt, diese Umspeicherung der Energie zu bewerkstelligen.

Dieses Umspeichern ist bei entsprechenden Energiebevorratungsmöglichkeiten bei den Energiekunden im Übrigen in beiden Richtungen möglich und künftig auch nötig. Das „Umspeichern“ kann über die Zeitachse gesehen werden (dann müssen fremde Speicher genutzt werden) oder/und über die räumliche Verteilung der momentanen Ein- und Ausspeisung. Es geht also nicht nur um eine Bilanzierung, sondern um ein Energiemanagement beim Energiekunden (das dieser allerdings auch von Dienstleistern durchführen lassen kann). Aber auch wenn das Dienstleister durchführen, darf die lokale Umspeicherung von Energie nicht zentral gesteuert werden, weil sonst einem (massenhaften und gleichzeitig wirkenden) Missbrauch die Tür geöffnet würde. Dieser mögliche Missbrauch ist durch keine noch so raffinierte Schutzmaßnahme auf Dauer und immer wirksam zu verhindern.

Ein möglicher Missbrauch kann nur durch einen totalen Verzicht auf zentrale Steuerungen verhindert werden. Allerdings muss dabei auch sichergestellt sein, dass die lokalen Einrichtungen keinerlei Steuerbefehle umsetzen würden. Das erfordert bei der Inbetriebnahme, bei jedem Update und jedem Wartungs- bzw. Reparatureingriff die vollständige Prüfung, ob eventuell doch eingehende Steuerungen nicht umgesetzt werden. Es muss also auch bei Wiederinbetriebnahmen lokaler Einrichtungen eine eingehende Prüfung als Sicherheitsmaßnahme erfolgen. Da dies auch (sträflich) unterlassen werden könnte, muss in unregelmäßigen Abständen von den Leitzentralen eine Prüfung der informationstechnisch erreichbaren lokalen Einrichtungen so erfolgen, dass festgestellt werden kann, ob zentrale Befehle nicht ausgeführt würden. Eine solche Vorgehensweise mindert die Gefahr eines massenhaften und gleichzeitig wirkenden Missbrauchs erheblich.

Dass weitergehende Schutzmassnahmen und Vorbereitungen auf ein Versagen der Schutzmassnahmen bzw. auf einen doch eingetretenen Blackout getroffen werden müssen, wird damit jedoch nicht ausgeschlossen.

Franz Hein