Leittechnikstörung der österreichischen Übertragungs- und Verteilerstromnetzbetreiber 02.05.-07.05.2013

Die Leittechnikstörung im österreichischen Stromnetz im Mai 2013 ist kaum öffentlich bekannt. Sie bietet jedoch einige wichtige Erkenntnisse, die auch für andere aktuelle Betrachtungen und Akteure wichtig sind. Daher haben wir unsere Erkenntnisse - da wir unabhängig voneinander mehr oder weniger zufällig involviert waren - im Sinne von: "Von anderen lernen" aufbereitet.

Im Mai 2013 kam es zu einem äußerst kritischen Zwischenfall in der Netzsteuerung, der bis dahin für undenkbar galt. Er zeigte auch auf, dass die Vernetzung zwischen unterschiedlichen Infrastrukturen bereits weit umfangreicher war und damit auch die wechselseitigen Abhängigkeiten, als man bis dahin angenommen hat. Zum anderen wurde deutlich, dass die Gefahr für Infrastrukturen nicht nur von Angriffen ausgeht. Im Nachhinein lässt sich auch leicht urteilen, dass einfachste Grundprinzipien, wie etwa eine Plausibilitätsprüfung, nicht implementiert waren - was leider nicht die Ausnahme, sondern die Regel darstellt, wie unzählige aktuelle Meldungen von Cyber-Sicherheitsvorfällen zeigen. Weiters zeigte sich, dass Kritische Infrastrukturen aufgrund von Annahmen aufgebaut und betrieben werden, die mittlerweile nicht mehr stimmen müssen. Die österreichische E-Wirtschaft hat aus diesem Vorfall sicher einiges gelernt. Doch das reicht bei weitem nicht aus. Auch andere Branchen können von ähnlich schwerwiegenden Problemen getroffen werden (kleine Ursache, große Wirkung), bis hin, dass die Beinahe-Katastrophe nicht im Sinne von Lernen genutzt wurde, wie das etwa Karl Weik in "Das Unerwartete managen" zum Ausdruck brachte:

High Reliability Organizations (HROs) geschieht genau das Gegenteil. Wenn dort erkannt wird, dass eine Aktion beinahe schiefgegangen ist, sieht man darin einen Beweis für den Erfolg und die Befähigung, Katastrophen abzuwenden. Und dies wiederum stärkt die Überzeugung, dass die derzeitigen Betriebsabläufe zur Eindämmung von Katastrophen ausreichen. S. 65f.

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