Angriff auf das IT-Netz des deutschen Bundestags

Der Angriff auf das Computernetzwerk des deutschen Bundestags hat Medienberichten zufolge deutlich mehr Schaden angerichtet als bisher bekannt. Nach Informationen von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ muss das Parlament sein gesamtes Netz neu aufbauen.

Quelle: orf.at

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sei zu dem Ergebnis gekommen, dass das Netz nicht mehr gegen den Angriff verteidigt werden könne und aufgegeben werden müsse. Berichten zufolge könnten noch immer Daten abgegriffen werden.

Den Angreifern sei es gelungen, den Verzeichnisdienst des Bundestages zu übernehmen, heißt es in den Berichten weiter. In dem Dienst werden die Parlamentsrechner, insgesamt mehr als 20.000 Stück, als Netzwerk organisiert. Die Hacker hätten somit Zugriff auf beliebige Systeme des Bundestages sowie auf alle Zugangsdaten der Fraktionen, Abgeordneten und Bundestags-Mitarbeiter.

Auch weil die Angreifer mittlerweile Administratorenrechte hätten, soll nun das alte Netzwerk aufgegeben und ein neues aufgebaut werden. Womöglich müssen auch alle Rechner ausgetauscht werden.

Wer hinter dem Angriff steckt, ist bisher unklar. 

Update 11.06.15, Quelle: golem.de

"Von einem Totalschaden kann keine Rede sein" Nur 15 Rechner sollen von dem Hacker-Angriff auf den Bundestag betroffen sein. Das berichtet der Unionsabgeordnete Thomas Jarzombek und beruft sich auf das BSI. Allerdings seien Administratorenpasswörter erbeutet worden, das BSI habe aber die weitere Verbreitung des Trojaners im Bundestagsnetzwerk vorerst unterbunden. "Eine übersichtliche Zahl von Servern muss neu installiert werden, die Hardware ist nicht betroffen", sagte Jarzombek. Seit zwei Wochen gebe es laut BSI trotz "intensivster Analyse" keine Datenabflüsse aus dem Bundestag-Netzwerk mehr, sagte er. "Denkbar ist allerdings, dass die Angreifer Hintertüren im IT-System installiert haben, die sie noch nicht genutzt haben. Daher ist weiterhin Vorsicht geboten". 

Spannend, spannend ... und das, obwohl Deutschland als Musterland im Bereich IT-Sicherheit gilt und sogar über ein weithin anerkanntes Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik verfügt. Wenn es jemand darauf anlegt, dann gibt es kaum einen Schutz, der davon abhält. So lange "nur" Daten betroffen sind, können wir ja noch von Glück sprechen.