Energiebranche rüstet sich gegen Hackerangriffe

Ein Angriff auf die Energieversorgung könnte im schlimmsten Fall ganze Landstriche in Dunkelheit und Kälte stürzen. Hacker nehmen nach Einschätzung von Experten zunehmend auch die Energiewirtschaft ins Visier. Computerviren, die sich etwa in die Steuerzentralen von Versorgern oder Netzbetreibern einschleichen, dort Abläufe manipulieren und in der Lage wären, sogar Blackouts auszulösen, werden als Bedrohung immer ernster genommen. Und auch das Risiko Datenklau kann - angesichts von Attacken wie dem Anzapfen des Bundestags-Datensystems Mitte Mai - nicht ignoriert werden.

Quelle: www.verivox.de 

"Die "schöne alte Welt", in der der Leitstand eines Stromnetzes komplett isoliert war, gibt es so nicht mehr", räumt der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) ein. Er vertritt viele Stadtwerke. Vieles sei in den letzten Jahren unsicherer geworden. Organisierte Kriminalität, aber auch möglicher Netz-Terrorismus mit dem Ziel einer Sabotage der Grundversorgung seien heute keine Hirngespinste mehr: "Hacker sind oft technisch besser ausgerüstet als früher."

Bei kaum einem anderen Thema werden zudem neben den Licht- auch die Schattenseiten des Zusammenwachsens von Kommunikation und Energie in intelligenten Netzen so offensichtlich. "Smart Metering" - die punkt- und bedarfsgenaue Erfassung des Verbrauchs durch sich selbst steuernde Geräte - mag für Strom- und Gaskunden fairer und bequemer sein; Hackern eröffnet die Technologie ein riesiges Einfallstor.

"Das gesamte Energiesystem spricht sozusagen in Zählerständen, so wie das Bankensystem in Kontoständen spricht", erklärt Felix Dembski vom IT-Fachverband Bitkom. "Hier geht es um die Interaktion in einer kritischen Infrastruktur, und dafür soll zunächst eine hochsichere Kommunikationsinfrastruktur aufgebaut werden."

Weil mit Vernetzung vieles besser läuft, ohne Vernetzung im Fall einer Cyberattacke aber fast gar nichts mehr geht, ist die Politik wachsam geworden.

Eigentlich wissen wir bereits, dass IT-Sicherheit ein ständiges Igel-Hase-Rennen ist, dass nicht gewonnen werden kann. Trotz allem sind wir zuversichtlich, dass das in der engeren Vernetzung mit anderen Infrastrukturen beherrschbar sein wird - ohne aber wirklich einen Beweis dafür erbringen zu können. Natürlich müssen auch Risiken eingegangen werden, um eine Weiterentwicklung zu erreichen. Aber dazu bedarf es auch an entsprechender Rückfallebenen mit Disaster Recovery Plänen, die es heute kaum gibt, schon gar nicht für die Gesellschaft insgesamt.