Einschränkungen bei der Flugsicherung

Während man bei den Flugsicherungszentralen bemüht ist, die Auswirkungen des wiederholten Ausfalls der Radaranlagen als harmlos darzustellen, kommt eine militärische Analyse für die Bundesregierung und den Bundespräsidenten, die dem KURIER vorliegt, zu einer wesentlich dramatischeren Beurteilung: "Für die zivile Flugsicherung stellt dieses Szenario ein katastrophales Ereignis dar."

Quelle: Kurier vom 12.06.14

Wie berichtet, wurden vermutlich per Störsender vergangenen Donnerstag und Dienstag das Flugsicherungsradar in Wien, Bratislava, Prag und Karlsruhe zeitweilig blockiert.

Die Auswirkungen laut Analyse des Militärs: "Die Flugsicherheit im betroffenen Raum war während des Störeinsatzes drastisch herabgesetzt."

Jetzt herrscht Ratlosigkeit. Denn zu einem elektronischen Angriff auf die Transponder wären nur Mächte wie USA, Russland, China und Indien mit ihren Satelliten fähig. Die zweite technische Möglichkeit wäre ein Cyberangriff auf den Datenverbund der Empfangsanlagen am Boden. Beide Fälle müssten als Katastrophe bezeichnet werden. Alle Beteiligten hoffen nun, dass doch noch ein übereifriger Elektronik-Krieger der NATO als Verursacher ausfindig gemacht werden kann.

Eigentlich sind diese Ereignisse ziemlich spurlos an der Öffentlichkeit vorbeigegangen. Genau genommen müssen alle Alarmglocken läuten. Wer oder was auch immer die Ursache war, hat gezeigt, dass wir hier eine weitere sehr verwundbare - zentrale - Infrastruktur betreiben. Denn was machen wir, wenn eine solche Störung länger andauert? Wie lange haben wir Personal um den Plan B - den es hier zumindest gibt - aufrecht erhalten zu können? Und viele Fragen mehr.

In anderen Bereichen haben wir nicht einmal einen Plan B, wie etwa beim Thema "Blackout".