EU-Parlament drängt auf hohen Datenschutz bei Smart Grids

Die EU-Abgeordneten haben mit großer Mehrheit einen Bericht verabschiedet, wonach die Nutzer intelligenter Stromzähler die Kontrolle über Messdaten behalten sollen. Sie wollen Standards, die einen Transfer an Dritte verhindern.

Quelle: heise.de vom 04.02.14

Das EU-Parlament sorgt sich um die Privatsphäre von Nutzern intelligenter Stromzähler. Fast ohne Gegenstimmen haben die Volksvertreter in ihrer Plenarsitzung am Dienstag einen Bericht zu Smart Grids beschlossen. Die Bürger sollten selbst entscheiden können, welche Informationen an die Netzbetreiber weitergeben werden.

Die Abgeordneten betonten, dass intelligente Energiesysteme mit großen Mengen persönlicher Daten sowie vielen Profilen arbeiten und somit ein "erhebliches Risiko" für die Betroffenen bergen. Die Gefährdungen seien umfangreich zu prüfen. Die Betreiber dürften von sich aus nur ein Mindestmaß an Daten abrufen - und zwar nur die Daten, die "für die Bereitstellung von Energie absolut erforderlich" sind.

Generell begrüßt der Bericht, dass intelligente Stromnetze einen Paradigmenwechsel beim Erzeugen und Verbrauch von Energie beförderten. Es gehe um ein variables, dezentralisiertes und lokales Modell, in das erneuerbare Energieträger mit flexibler und schneller Nachfrage und verteilter Speicherung integriert werden könnten.

Bericht des europäischen Parlaments über lokale und regionale Auswirkungen der Entwicklung von intelligenten Netzen (2013/2128(INI)) 

Leider einmal mehr ein Hinweis, dass viele Köche den Brei verderben. Das Smart Grid sollte eigentlich mit Smart Metering/Smart Market nur am Rande zu tun haben, zumindest was den Datenschutz betrifft. Für eine intelligente Netzsteuerung sollten keine persönlichen Daten erforderlich sein. Das Problem entsteht, wenn man alles kreuz und quer vermischt und eierlegende Wollmilchsäue konstruiert, wie es derzeit offenbar passiert. In der Kombination mit Naivität und Simplifizierung wird hier ein gefährliches Spiel betrieben, das vor allem die Systemsicherheit gefährdet. Dieser Eindruck verstärkt sich umso mehr, da dieser Aspekt in kaum einer Debatte wahrzunehmen ist. Dabei wird sehr viel aufs Spiel gesetzt, was anscheinend den wenigsten Bewusst ist. Hier sei ein zusätzlicher Hinweis auf die sonstige Blauäugigkeit bei der Energiewende erlaubt.