Die zehn spektakulärsten Software-Fehler 2013

Von den spektakulärsten und weitreichendsten Software-Fehlern des Jahres sind mehr und mehr auch Energiedienstleister und Industriefertiger betroffen. Dies spiegelt die Umfrage der SQS Software Quality Systems AG für 2013 wider. Der weltweit größte Spezialist für Software-Qualität befragt jeweils zum Jahresende seine Berater nach den Top 10 Pannen der vergangenen zwölf Monate.

Quelle: www.sqs.com vom 31.01.14

2. Fast-Blackout des nationalen Stromnetzes in Österreich
Eine einfache Zählerstandsabfrage hat das österreichische Stromnetz im Mai vergangenen Jahres an den Rand eines völligen Zusammenbruchs gebracht und damit auch Stromnetze in anderen europäischen Ländern gefährdet. Dabei hatte sich zunächst ein Steuerungsbefehl bei der Inbetriebnahme eines neuen Erdgas-Leitsystems in Süddeutschland in das Steuerungssystem der europäischen Stromnetze verirrt, sich dort multipliziert und dadurch den Strombetrieb fast zum Absturz gebracht. Der Selbstläufer glich dabei einer sogenannten „Distributed Denial of Service“-Attacke (DDoS), bei der Angreifer einen Server durch eine Flut von Anfragen in die Knie zwingen. Nachdem die Systempanne öffentlich geworden war, erklärte ein Vertreter der zuständigen Stromregulierungsbehörde gegenüber dem Österreichischen Rundfunk (ORF), dass die Sicherheitslevels der IT-Informationssysteme bei den Stromversorgern hochgefahren werden müssten.

10. Neue Logistik-Software bremst Ersatzteile fürs Auto aus
Die Werkstattkunden eines großen deutschen Autoherstellers mussten sich im vergangenen Jahr zum Teil wochenlang gedulden, bis sie benötigte Ersatzteile erhielten. Grund war eine Software-Umstellung im zentralen Logistiksystem des Autounternehmens. In den Tagen und Wochen nach der Umstellung baute sich ein Lieferrückstand von bis zu 200.000 Einzelteilen auf. Weltweit waren rund 5.000 Händler und Niederlassungen betroffen. Unter besonders langen Wartezeiten litten kurioserweise Kunden in direkter Nähe des Zentrallagers, da dieses für sie als Direktauslieferer fungiert. Um den Schaden für die Kundenzufriedenheit in Grenzen zu halten, ließ der Autohersteller die Mitarbeiter im Zentrallager auch am Wochenende und nachts Sonderschichten arbeiten.

 

„Relativ neu vertreten sind hingegen Industriefertiger oder Versorgungsunternehmen. Deren Kerngeschäft wird erst jetzt durch Software wirklich revolutioniert. Beispiele sind die großen Fortschritte in der Automobilelektronik oder das Smart Metering bei Energieanbietern.“ 

 

 

 

Nicht besonders beruhigend, vor allem stehen wir in diesen Bereichen noch eher am Anfang, was den  umfangreichen IKT-Einsatz (Stichwort "Smart", Industrie 4.0) betrifft.