Trotz Opt-Out: Digitale Stromzähler kommen für alle

Laut E-Control sollen künftig trotz Ausstiegsmöglichkeit alle Kunden einen digitalen Zähler bekommen. Die Funktionen, die den Zähler „intelligent“ machen, sollen jedoch via Software deaktiviert werden. Dazu zählt etwa die Erfassung der Verbrauchswerte im 15-Minuten-Intervall sowie die Erfassung eines Tageswertes. Diese Funktionen sollen bei den „dummen“ Geräten beim Einbau deaktiviert werden.

Quelle: futurezone.at vom 13.01.14

Was jedoch bleibt, ist die Fernab- und anschaltfunktion beim Zähler. „Das ist keine Funktion, die das ElWOG (Elektrizitätswirtschafts- und Organisationsgesetz) in seinen Begriffsbestimmungen für ein intelligentes Messgerät erwähnt“

 Gefährlicher Aktionismus und weiterhin viel Intransparenz ...

Seit vielen Jahren weiß man aus der IKT-Welt, dass eine softwaremäßige Deaktivierung nicht vor Manipulationen schützt - das war bereits bei Telefonanlagen bekannt. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Damit ist die Argumentation ziemlich fadenscheinig und löst vielleicht einen kleinen Teilaspekt (Datenschutz/Datensammlung). Das große Sicherheitsrisiko durch die Fernabschaltfunktion bleibt erhalten.
Und die Systemsicherheit wird sicher nicht durch die flächendeckende Ausrollung eines Gerätes erhöht, das viel mehr könnte als verwendet wird und ebenso sicher mehr Schwachstellen aufweist, als ein einfaches digitales Messsystem ohne bidirektionaler Kommunikation. Ganz im Gegenteil. Wenn kein Nutzen für den Netzbetreiber entsteht, besteht auch kein Interesse, solche Systeme aktuell zu halten bzw. mehr als notwendig zu investieren. 
 
Wo ist da nun der Fortschritt oder die Verbesserung?
Hier wird ein gefährliches Spiel analog zur politischen Korrektheit betrieben. Wir benennen die Dinge einfach um, und damit ist das Problem gelöst - zumindest in der Theorie.