Einführung der „Smart Meter“ verschoben

Wien Energie hat angekündigt, die Einführung der intelligenten Stromzähler zu verschieben. Etliche rechtliche Fragen seien nach wie vor ungeklärt. Auch in anderen Bundesländern kommt es zu Verzögerungen.

Quelle: www.orf.at vom 23.10.13

Etliche rechtliche Fragen seien nach wie vor ungeklärt, die Regelungen in der Verordnung unklar, meinen Brehmer und Zach im „WirtschaftsBlatt“. Insbesondere sei es ein Problem, dass Kunden auf den Einbau eines intelligenten Stromzählers verzichten können und bei einem Umzug den Rückbau auf ein altes Gerät auf Kosten des Stromversorgers verlangen können.

 

Eine Regelung auf Kundenseite stößt den Netzbetreibern besonders sauer auf: Seit dem die Regierung im Sommer ein Gesetz geändert hat, können Betroffene den Zählertausch ablehnen. Brehmer bezeichnet die „Opt-Out-Klausel" als „typisch österreichische" Lösung, die „völlig undurchdacht" sei. Wien-Energie-Kunden, die in eine mit dem neuen Zähler ausgestattete Wohnung umziehen, könnten so einen Wechsel auf den alten Zählerstandard verlangen - die Kosten müsse der Netzbetreiber schultern.

Die Regulierungsbehörde E-Control sieht jedenfalls keine Hindernisse für den Roll-Out: „Aus unserer Sicht sind die Rahmenbedingungen völlig klar, wir haben für Investitionssicherheit gesorgt", sagt Vorstand Martin Graf. Es gelte die bestehenden Gesetze umzusetzen. Er gehe jedenfalls davon aus, dass „der Stufenplan für die Umsetzung eingehalten wird". 

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Unter den derzeitigen Voraussetzungen ist es wohl mehr als klug, auf die Bremse zu steigen und das Gesamtprojekt und hier insbesondere die technischen Anforderungen zu überdenken und anzupassen. Wie sich bei der aktuellen Novellierung wieder einmal gezeigt hat, können sich die Rahmenbedingungen sehr rasch ändern - was für ein derartiges Großprojekt natürlich weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen kann. Und das Projekt "Smart Metering in Österreich" soll ja hoffentlich nicht in die lange Reihe von gescheiterten Großprojekten aufgenommen werden, weil etwa die Komplexität unterschätzt wurde. 

Vieles auf Papier erscheint einfach, wird aber in der Realität meist mit vielen Wechselwirkungen konfrontiert, die kaum in der vollen Tragweite vorhersehbar sind - Kennzeichen von komplexen Systemen.

Und es ist nicht verwerflich, wenn man Ziele ändern muss, weil sich im Laufe der Zeit und Bearbeitung neue Rahmenbedingungen und Erkenntnisse ergeben haben. Es ist jedoch fatal, wenn man versucht, Ziele um jeden Preis zu erreichen. Allzu viele gescheiterte Projekte zeugen davon.