Wenn zeitverzögert Wirkungen systemgefährdend werden ...

Alterung lange Zeit ignoriert

Hintergrund der Personalknappheit sind auch Alterung und Nachwuchsmangel. Das Durchschnittsalter in der Netzsparte liegt bei 47 Jahren und damit noch über dem Konzerndurchschnitt. Dokumente aus der Personalabteilung, die Reuters vorliegen, zeigen, dass die Überalterung bei Fahrdienstleitern seit mindestens vier Jahren bekannt war. Bis vergangenes Jahr änderte sich daran aber kaum etwas.

Quelle: ORF.at vom 13.08.13

Was zeitverzögerte Wirkungen bedeuten können, erleben gerade zahlreiche deutsche Bahnbenutzer. Dabei lernen sie auch gleich ein weiteres Kennzeichen eines komplexen Systems "Kleine Ursache, große Wirkung" kennen. Es muss leider davon ausgegangen werden, dass dies nicht das einzige Beispiel für die Fehlentwicklungen der kurzfristigen Planungs-, Gewinn- und Wachstumshorizonte bleiben wird. Und solche Fehlentwicklungen lassen sich nicht kurzfristig wieder beheben, insbesondere wenn dabei das Know-how von Menschen gefragt ist. Und diese wichtigste Ressource wird all zu oft nur mehr als Kostenfaktor betrachtet.

Natürlich kann man durch Automatisierung Personal einsparen. Nur braucht man dafür auch qualifiziertes Personal - vor allem, wenn etwas nicht so funktioniert, wie vorgesehen - aber wer kann sich schon leisten, Personal für solche Ausnahmefälle vorzuhalten? Damit beginnt das Spiel von vorne ... nur dass durch die Automatisierung und Vernetzung die Abhängigkeiten, Wechselwirkungen und Verwundbarkeiten steigen ...