Was wir vom Hochwasser lernen sollten

Es folgte ein Hin und Her von Stellungnahmen und gegenseitigen Beschuldigungen. Der Verbund sei seiner Informationspflicht nachgekommen, so der Kraftwerksbetreiber, beim Land sei die Information nicht angekommen, so das Krisen- und Katastrophenmanagement des Landes Oberösterreich.

Quelle: ORF.at vom 30.06.13

Dieses Thema beschäftigt nach wie vor das Land Oberösterreich. Gleichzeitig ist es wohl ein Musterbeispiel für den generellen Verbesserungsbedarf in der Kommunikation bei komplexen vernetzten Schadenslagen. Auch ein größerer Ausfall im IKT-Bereich oder bei einem Blackout sind ähnliche Situationen zu erwarten. Natürlich gibt es Vorschriften, Meldepflichten, etc. Aber diese reichen oft nicht aus, da es nicht alleine mit der Meldung getan ist. Es müssen auch die Prozesse dahinter durchgedacht und überprüft sein. Daher ist eine (bidirektionale) Kommunikation erforderlich - auch Rückkoppelungsschleifen - dass die Nachricht auch wirklich angekommen ist und entsprechende Maßnahmen gesetzt werden. Komplexe Systeme zeichnen sich durch Nicht-Linearität aus - daher muss laufend nachgeprüft und nachgesteuert werden, und das kann nur durch Kommunikation erfolgen.

Wir wurden bisher kaum mit komplexen und vielschichtig vernetzten Schadenslagen konfrontiert - daher fehlt auch weitgehend das Know-how und die Erfahrung. In Zukunft ist aber eine deutliche Zunahme von derartigen Szenarien zu erwarten, da wir unseren Vernetzungsgrad weiter steigern. Daher müssen wir auch lernen, damit umzugehen. Gegenseitige Beschuldigungen bringen niemanden etwas!