Unsichtbare Helfer

FH Technikum Wien forscht zum Thema eingebettete Computersysteme Egal ob wir Auto fahren, Wäsche waschen, Aufzüge verwenden, Musik hören oder telefonieren – verborgene Computersysteme, die miteinander kommunizieren und Informationen austauschen, helfen als Internet der Dinge dabei, dass sich diese Tätigkeiten bequem erledigen lassen. Diese sogenannten „eingebetteten Systeme“ stecken heute praktisch in fast allen Geräten. „Derzeit kommunizieren Systeme miteinander, die speziell dafür konzipiert wurden. Künftig sollen aber Systeme unterschiedlichster Anbieter miteinander verbunden werden. In einem Smart Building muss zum Beispiel ein Intelligenter Stromzähler mit einer Lampe, einer Waschmaschine oder einem Kühlschrank kommunizieren, die alle von unterschiedlichen Herstellern stammen“, erklärt Johann Notbauer von der Forschungsgruppe Electronic Design die Herausforderung. „System of Systems“ nennt sich dieser Ansatz, der derzeit noch ein ungelöstes Problem darstellt. 

Quelle: hitech.at vom 06.03.13

Komponenten müssen kompatibel sein „Es darf nicht sein, dass ein Blackout im Netzwerk entsteht, nur weil die Komponente von Hersteller A und Hersteller B nicht zusammenspielen“, so Notbauer über die Risiken im Internet der Dinge. Besonders kritisch ist das natürlich, wenn es um Infrastrukturen wie Energienetze oder Verkehrsüberwachung geht. Notbauer führt als Beispiel das elektronische Bremssystem eines Zuges an: „Wir benötigen eine Funktion im System, die das Bremsen auslöst, und zusätzlich eine sicherheitsrelevante Funktion, die überprüft, ob die eigentliche Grundfunktion sicher arbeitet.“ Solche Safety-Funktionen werden derzeit manuell entwickelt und implementiert, das macht die Entwicklung aufwendig. Künftig soll dieser Prozess automatisiert ablaufen. „Wir geben vor, was gebraucht wird, die Umsetzung lassen wir dann quasi von der Maschine erledigen“, skizziert Notbauer das kurzfristige Forschungsziel, an dem ab Mai 2013 im Josef-Ressel-Zentrum gearbeitet wird. „Zusätzlich brauchen wir einen Ansatz, der es möglich macht, auch in solchen sicherheitsrelevanten Bereichen wie der Zugsteuerung System of Systems-Konzepte einzusetzen. Und das möglichst schnell, effizient und sicher“, so Notbauer zur langfristigen Vision.  

Künftig sollen aber Systeme unterschiedlichster Anbieter miteinander verbunden werden. In einem Smart Building muss zum Beispiel ein Intelligenter Stromzähler mit einer Lampe, einer Waschmaschine oder einem Kühlschrank kommunizieren, die alle von unterschiedlichen Herstellern stammen“ 

Das könnte auch als gefährliche Drohung aufgefasst werden. Wenn alles miteinander vernetzt wird, steigt die Komplexität ins unermessliche und entsprechende Konsequenzen sind unausweichlich. Bereits heute sind viele Systeme völlig undurchsichtig und daher auch unberechenbar. Hier muss wohl einmal eine klare Zielformulierung erfolgen - was soll erreicht werden und dem müssen mögliche Risiken gegenübergestellt werden. Danach ist eine Entscheidung zu fällen, ob die möglichen Risiken dem Nutzen überwiegen, oder nicht - mit entsprechenden Konsequenzen. Und einmal mehr, bei unvernetzten Systemen kann weit mehr Risiko eingegangen werden - da die Konsequenzen auch eingrenzbar bleiben - was hingegen bei vernetzten Systemen nicht mehr unbedingt zutrifft.