Blackout: Erneute Warnung aus Deutschland

Die Netzbetreiber Tennet und Amprion warnen: Trotz zusätzlicher Reserven ist die Wahrscheinlichkeit eines flächendeckenden Stromausfalls in diesem Jahr weiter gewachsen.

Quelle: Die Welt online vom 19.11.12

"In Summe sind wir, was die Transportkapazitäten und Einspeisemöglichkeiten angeht, tendenziell eher schlechter aufgestellt als letzten Winter."

Tennet hatte bereits im September Kraftwerke in Österreich mit einer Leistung von 937 Megawatt unter Vertrag genommen. Dabei handelte es sich um fünf Öl- und Gaskraftwerke der Versorger Verbund und EVN.

Mit einer Entlastung sei auch im übernächsten Winter nicht zu rechnen.

Wegen der veränderten Erzeugungslandschaft bleibe die Situation für die Stromübertragungsnetze auch im kommenden Winter sehr schwierig, hieß es bei Amprion.

Mit der Abschaltung von Kernkraftwerken und der zunehmenden Einspeisung der schwankenden erneuerbaren Energien seien die Netze "einer extrem hohen Belastung ausgesetzt". Bereits im vergangenen Winter kam es fast täglich zu Netzbelastungen, die schnelles Eingreifen der Netzbetreiber nötig machten.

"Diese starke Zunahme zeigt, dass das deutsche Höchstspannungsnetz an den Grenzen seiner Leistungsfähigkeit betrieben wird und damit im Falle von Störungen die Wahrscheinlichkeit von großflächigen Stromausfällen zugenommen hat", erklärte Amprion.

Die Hinweise verdichten sich weiter, dass der kommende Winter zu einer enormen Belastungsprobe für das europäische Stromnetz wird. Wir sind daher angehalten, uns auf das Worst-Case Szenario eines europäischen Blackouts vorzubereiten. Wie lange ein solcher Stromausfall dauern könnte, ist nur schwer vorhersehbar, da es dazu keine Erfahrungen gibt. Laut Fachleuten sind aber 24 Stunden durchaus realistisch!