Stromnetz wird immer komplexer

Wenn im Norden Deutschlands viel Wind weht und im Süden großflächig die Sonne scheint, dann produzieren diese beiden regenerativen Energiequellen zu viel Strom: „Von 2007 bis 2011 ist die nicht eingespeiste Energiemenge von 0 auf 45 Gigawattstunden gestiegen“

Quelle: STUTTGARTER-ZEITUNG.DE vom 05.11.12

Wie tief greifend dieser Wandel ist, erläutert Jochen Kreusel, Vorstandsmitglied des VDE und Vorsitzender der Energietechnischen Gesellschaft: Bisher habe man es bei der traditionellen Stromversorgung deutschlandweit mit rund 10 000 Komponenten zu tun gehabt – von den Kraftwerken bis zu den Schaltanlagen. In Zukunft müsse man mit bis zu 100 Millionen derartiger Komponenten rechnen, die in die „Systemautomatisierung einbezogen werden müssen“.

Hoffentlich ist den Verantwortlichen auch Bewusst, dass komplexe Systeme völlig anders reagieren, als unsere bisherigen "einfachen" Maschinenansätze.

Zur Verdeutlichung: Jedes Element in einem vernetzten System kann potentiell mit jedem anderen Element im System eine Verbindung eingehen. Die Anzahl der damit verbundenen Wechselwirkungen (Rückkoppelungen) wächst exponentiell mit der Anzahl der beteiligten Systemelemente. Mathematisch wird das mit der Formel n*(n-1) ausgedrückt. Das bedeutet, dass bei 5 Systemelementen 20 mögliche Wechselwirkungen bestehen. Werden die Systemelemente verzehnfacht bzw. auf 50 erhöht, entstehen bereits 2.450 verschiedene Möglichkeiten der Wechselwirkung. Was das bei 100 Millionen Komponenten bedeutet, ist wohl nicht leicht vorstellbar.

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