Stromnetz: Am Limit

Denn an mehr als 50 Tagen hatte es im ersten Halbjahr 2012 kritische Phasen im Stromnetz gegeben. Bei denen konnte nur durch lokale Abschaltungen von Erzeugern die Stabilität gesichert werden: „Wir haben die Möglichkeiten, das zu regeln, aber wir sind in solchen Phasen dicht am Limit, bei dem nicht noch ein zusätzliches großes Problem auftreten darf“, sagt Mitnetz-Chef Schweer.


Quelle: VDI-Nachrichten vom 02.11.12

Ein Blackout bedeutet, dass wir für mehrere Tage ohne Strom sein werden. Dann fallen auch Kommunikation, Gasversorgung und Fernwärme aus.

Entsprechend wichtig werden fertige Einsatzpläne für den Fall, dass es trotz aller Sicherheitsmaßnahmen zu einem großflächigen Stromausfall kommt, wobei im Extremfall ein Blackout laut Schweer „eine Woche plus x“ die Versorgung lahmlegen würde.

Auf die Notwendigkeit, mögliche Ausfallszenarien heute bereits zu trainieren, weist hingegen Harald Schwarz, Leiter des Centrums für Energietechnologie der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, hin. Denn auch wenn Strom heute nur rund 22 % des Gesamtenergieverbrauchs in Deutschland ausmacht, würden bei großräumigen Netzausfällen in einer Spanne von Minuten bis wenigen Stunden auch fast alle anderen Energiequellen, aber auch die Kommunikation und die Logistik ausfallen.

In Deutschland beschäftigen sich immer mehr Stellen mit diesem Szenario, wohl nicht ohne Grund.